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kleine Naturbauzellen in der Schweiz

Beitrag von bee » Do Jan 18, 2018 8:46 pm

ein Imkerkollege schrieb mir vor einiger Zeit folgendes (Markus ist hier Mitglied, vielleicht meldet er sich mit neuen Fotos :wink: )

Markus hat geschrieben:Den Beweis dafür habe ich schon lange (Thema: eindeutige Beweise dass die Bienenzellen früher viel kleiner waren)
Ich weiss, wo sich ein alter Fensterrahmen befindet mit einem alten Bienenstock innendrin und aussenrum ist ein schönes Hornissennest. Die Zellgrösse im Innern des Bienenstockes misst 4.7 bis 4.9 mm. Du kannst den Massstab sehen und selber messen.
Der Fensterrahmen war in der Schweiz im Kanton Aargau.
Alles Gute für's Neue Jahr und Danke für Deine wichtigen Informationen.


und:
Markus hat geschrieben:Der Wabenbau von dem ich rede, ist schon sehr alt. Der ganze Fensterrahmen wurde mit Glas geschützt und befindet sich in einem Showkasten einer Schule in Wettingen Kanton Aargau. Er gehört einer Lehrerin, welche aber schon lange nicht mehr an dieser Schule unterrichtet. Ich habe mit ihr geredet. Sie hat ihn vor sehr langer Zeit vom Bildhauer Eduard Spörri erhalten. Sie war nicht sicher, ob er vom Bildhauer Spörri direkt kam, oder ob er dieses Schauobjekt auch von irgendwo erhalten hat. Es gibt in Wettingen ein Museum, das seinen Namen trägt. Er lebte von 1901 bis 1995. Es könnte sein, dass dieses Gebilde tatsächlich noch aus alter Zeit stammt, wo die Bienen ( die schwarze Biene) noch die kleine Zelle baute.

Wenn ich wieder mal dort bin mache ich ein paar Aufnahmen mehr.

Irgendwann, wenn meine Bienen das Bauen der kleinen Zelle wieder beherrschen, möchte ich komplett auf Naturwabenbau umstellen. Der Bien sollte doch auch ohne den Menschen überleben können. Dafür müssen wir ihn fit machen.



Foto 1.JPG


Foto 1ab.JPG


hier habe ich das Foto etwas deutlicher gemacht -
7 Zellen messen etwas mehr als 32mm - das heisst die Zellgröße ist ca 4,6mm
zum vergrößern drauf klicken

cell_suiss.JPG

Re: Diskussionsforum für alle

Beitrag von bee » Do Jan 18, 2018 8:16 pm

hallo ralph,
ralph hat geschrieben:ich denke der mehring wollte mit seiner doch sehr grossen zellgösse vielleicht schon standardisieren, eine zelle die überall im arbeiter brutnest hinpasst, so wie ja auch der wabenabstand standardisiert wurde....
vielleicht waren etwas grössere zellen als model auch einfacher zu schnitzen...
jedenfalls müssen ihm zu dieser zeit richtige naturbaunester nicht unbekannt gewesen sein, es gab ja nichts anderes. vielleicht fand er es einfach gar nicht so wichtig dass im zentrum des brutnestes sehr kleine zellen sich befinden.


also da bin ich mir nicht so sicher.
Baron von Berlepsch wollte selber solche Mittelwände herstellen:
Darauf schrieb der Baron am 10.4. 1857 an den Schriftleiter der Eichstädter Bienenzeitung, daß ihn die Herstellung künstlicher Waben sehr interessiere, um so mehr, da er selbst an die Anfertigung solcher gedacht habe, aber nicht aus Wachs, sondern aus Kautschuk. Er möchte nämlich Waben erfinden, aus denen man dann den Honig auspressen könne wie das Wasser aus einem Schwamm.


weiter:
Am 9. April 1857 legte der Lehrer August Friedrich JEDERMANN aus Tennstadt bei Langensalza dem Baron von BERLEPSCH künstlich verfertigte Wachswaben vor. Mit Hilfe von Drahtstiftchen hatte er in mühevoller Kleinarbeit Zelle für Zelle hergestellt und so ein kleines Wabenstückchen angefertigt. Das Verfahren hatte wegen seiner Umständlichkeit keine praktische Bedeutung.
Der Redakteur der Eichstätter Bienenzeitung, der über den Stand der Angelegenheit bestens informiert war, machte nun folgenden Vorschlag: Es wäre vielleicht gar nicht nötig, die ganze Wabe herzustellen, es könnte genügen, die Zellen etwa in ihrer halben Länge zu fertigen. Dieser Gedanke von SCHMID dürfte der entscheidende Denkanstoß für MEHRING gewesen sein! War er doch aufmerksamer Leser der Eichstätter Bienenzeitung; zudem war er in der Nummer 2 des Jahrgangs 1857 namentlich als neuer Mitarbeiter begrüßt worden.
MEHRING erkannte klar, daß man nur die Mittelwand herstellen müsse, um die gewünschte Wabe zu erhalten. Die Nummer 301 der Pfälzischen Bienenzeitung vom 23. Dezember 1857 enthält die entscheidende Mitteilung über die gelungene Herstellung der ersten Mittelwände.
Mehring hat geschrieben:"Denjenigen Bienenfreunden, welche auf der Freinsheimer Versammlung die von mir beabsichtigten, aus reinem Wachs zu gießenden Waben so sehr in Zweifel gezogen, diene anmit zur gefälligen Nachricht, daß der Guß dennoch stattgefunden hat und zwar mit folgendem Ergebnis:

Eine Tafel nach der bekannten von Berlepsch' schen Rähmchengröße wiegt aus der Form genommen zwei ein Viertel Loth; kommt folglich auf 5 Kronen zu stehen.

Die Waben gehen durch bloßen Temperaturwechsel, ohne alle Schmiere, aus der Form und man ist des lästigen Einölens ganz enthoben.

Eine Tafel herzustellen erfordert mit der Vor- und Nacharbeit für eine einzelne Person nicht über 45 Minuten Zeit. Könnten sich jedoch drei Personen in die Hände arbeiten, so wären leicht vier Stück in der Stunde zu liefern.

Die Tafel ist reiner Arbeitsbienenbau, 9 Zellen auf 5 Zentimeter und vor den natürlichen, wenn beide mit Brut und Honig besetzt sind, an nichts kenntlich als an der größeren Regelmäßigkeit; beim Durchschneiden zeigen sie nur eine etwas stärkere Mittel- oder Scheidewand.

Aus diesen Waben kann man Honig ernten und dann die Tafeln zum sofortigen Gebrauche den Bienen aufs neue wieder einhängen, weshalb dieselben eine unbegrenzte Dauer erhalten.



da scheint es mir, dass die sehr wohl für die Honigeinlagerung gefertigt wurden, zumal die Gussformen aus Holz nur eine Wabenfläche von 20,7 cm Breite und 9,3 cm Länge besass.

Und da fallen mir 2 Dinge sofort ins Auge.
- Erstens hat Mehring genau die Zellgeometrie verwendet die wir jetzt verwenden!!!

- Und zweitens ist diese Gussform für eine Mittelwand, die hochkannt eingelötet werden sollte.
Berlepsch hatte ja schon die mobile Bauweise der Rähmchen erfunden und da Mehring andauernd in Kontakt zu Berlepsch war (Berlepsch lehnte den Honig von Mehring ab und nannte ihn "Kunsthonig", da er aus Waben gewonnen wurde, die mit Mittelwänden erstellt wurden - das bekam Mehring zu spüren: "Als MEHRING im Jahre 1871 bei der apistischen Ausstellung im Glaspalast beim Oktoberfest in München seinen Honig ausstellte, geriet Baron von BERLEPSCH als Preisrichter in nicht geringe Verlegenheit. Er traf jedoch eine richtungweisende Entscheidung, als er MEHRINGs Honigproben von der Prämiierung ausschloß mit der Begründung, die Angelegenheit sei noch nicht spruchreif und bedürfe der Überprüfung.")
Nun ist die Frage wie diese Mittelwände eingelötet wurden? Hochkant? Wahrscheinlich nicht, denn dann wäre ein Rähmchen nur 9 cm breit gewesen, oder haben sie die Mittelwände falsch eingelötet, nämlich mit liegenden Zellen?
Wer weiss wie gross die Rähmchen von Berlepsch waren?

Das sieht für mich alles so, aus als hätte Mehring die Mittelwände ausschliesslich für die Honigernte verwendet.
Und nämlich in Rähmchen mit Mittelwänden mit 20,7cm Breite und 9,3cm Höhe. So wie eine Halbzarge.
Und die Zellen waren falsch angeordnet, nämlich liegend. Das wäre für das Brutnest sehr abträglich gewesen und auf jeden Fall nicht so wie es die Bienen bauen.


Aufnahme Wabengröße_2.JPG

Vielen Dank für die Bilder an das Erkenbert Museum in Frankenthal

Da wird gesagt dass die Gussform 9 Zellen auf 5 Zentimeter hatte, das wären dann 5,55mm Zellgröße.
Wenn man aber das Foto mit dem Massstab ansieht dann kommen da 5,35mm raus.

ralph hat geschrieben:das er honigwabenzellen mit seiner mittelwand machen wollte, kann ich mir nicht vorstellen, denn die mittelwand hatte ja den zweck ein nach menschlicher einsicht geordnetes brutnest zu bezwecken ohne drohnenbau und wo die wabe dann an jeder stelle verwendet werden kann.


Mehring schrieb:
Mehring hat geschrieben:Die Tafel ist reiner Arbeitsbienenbau, 9 Zellen auf 5 Zentimeter und vor den natürlichen, wenn beide mit Brut und Honig besetzt sind, an nichts kenntlich als an der größeren Regelmäßigkeit; beim Durchschneiden zeigen sie nur eine etwas stärkere Mittel- oder Scheidewand.

Aus diesen Waben kann man Honig ernten und dann die Tafeln zum sofortigen Gebrauche den Bienen aufs neue wieder einhängen, weshalb dieselben eine unbegrenzte Dauer erhalten.



ralph hat geschrieben:gibt es irgendwo ein foto von dieser mehring form, du sagtest du hast sie im museum vermessen lassen


hier sind ein paar Fotos der Presse von Mehring - er veranschlagte 45 Minuten zum giessen einer Mittelwand

Kunstwabenpresse_Front.jpg


Kunstwabenpresse_Detail.jpg


Kunstwabenpresse_Seitenansicht.jpg


und weiter mit der Info über Mehring:

In den folgenden Jahren Herstellungsmethode entwickelt

Daran lag allerdings MEHRING nichts, wollte er seine Erfindung doch selbst gewinnbringend auswerten. Deshalb sandte er dem Redakteur zwar eine ganze Reihe von Artikeln, die Kunstwaben erwähnte er darin jedoch mit keiner Silbe.
In den folgenden Jahren entwickelte er die Methode der Herstellung so weit, daß er im Jahre 1860 an einem Tag mit Leichtigkeit 100 Waben herstellen konnte. Das Dutzend kostete einen Gulden; die Form mit Zubehör und Anleitung gab er für 11 Gulden ab, kein überhöhter Preis, wenn man berücksichtigt, daß MEHRING die Zellen in den Platten aus Hartholz in geduldiger Handarbeit ausstichelte. So erklärt es sich auch, daß MEHRINGs Holzpressen recht klein waren. Das im Frankenthaler Erkenbert-Museum vorhandene Stück, das uns zu einer Ausstellung zur Verfügung gestellt wurde, hat eine Wabenfläche von 20,7 cm Breite und 9,3 cm Länge. Es legt Zeugnis ab von der erstaunlichen Kunstfertigkeit seines Herstellers.
Die beim Kauf einer Presse mitgelieferte Anleitung zur Herstellung der Waben hat MEHRING niemals in einer Bienenzeitung veröffentlicht. Zum Glück hat Pfarrer WETZLER aus Scheuring bei Landsberg am Lech, der im Jahre 1858 in Stuttgart bei MEHRING wie neun andere Bienenzüchter eine Wabenpresse bestellt hatte, im März 1860 einen Artikel "Die künstlichen Mittelwände" geschrieben, aus dem wir Einzelheiten des MEHRING' schen Verfahrens entnehmen werden.
Der Erfinder teile die Anfertigung der Kunstwaben in drei Abschnitte:

das Bilden der Tafeln,

das Ebenen und

das Pressen derselben.

So einfach man pressen könne, so schwierig sei das Bilden der Tafeln und das Ebenen. Der Pfarrer aus Oberbayern empfahl deshalb, die Wachstafeln bei einem Wachszieher herstellen zu lassen, da diese Leute eine große Fertigkeit besäßen und glatte Wachstafeln in kürzester Zeit und papierdünn anfertigen könnten.
Pfarrer GERSTUNG erfuhr bei seinen Nachforschungen um die Jahrhundertwende von Georg MÜLLER III aus Großniedesheim, welcher außer anderen Dingen bei der Versteigerung des Nachlasses MEHRINGs auch dessen Korrespondenz erworben hatte, ein gewisser SCHOBER, Goldarbeiter aus Frankenthal, habe die erste Platte hergestellt; von dieser Form hätten MEHRING und SPRINKHORN Abdrücke genommen. Tatsächlich hat dieser Imkernachbar MEHRINGs, Ökonom SPRINKHORN, in Stuttgart ebenfalls Mittelwände ausgestellt! Das Preisgericht traf jedoch eine ziemlich klare Entscheidung: MEHRING erhielt den 1. Preis für Erfindungen in Höhe von 30 Gulden, SPRINKHORN dagegen erhielt nur ein Diplom. An der Urheberschaft bei der Erfindung der Kunstwabe bestand auch für GERSTUNG kein Zweifel.
Welch großen Erfolg MEHRING in Stuttgart hatte, beweist der Ausstellungsbericht, der in der Dezemberausgabe der Bienenzeitung veröffentlicht wurde:
"Am meisten drängten sich die Teilnehmer um den erst während der Nacht eingetroffenen Herrn Mehring aus Frankenthal, der seine geistreich ausgedachten Apparate zur Anfertigung künstlicher Wachswaben und zur Vorzeichnung der Richtung des Baues mitgebracht und ausgestellt hatte. "
Im Januar 1859 veröffentlicht MEHRING eine Anzeige in der Bienenzeitung, in der sich das große Interesse der Bienenzüchter an der Erfindung spiegelt:
"Ankündigung

Durch die vielen brieflichen Zuschriften, welche fortlaufend wegen der künstlichen Wabenangelegenheit bei mir einlaufen, hat es sich herausgestellt, daß dieser Gegenstand eine ganz außergewöhnliche Teilnahme gefunden hat; denn nicht nur von den äußeren Grenzmarken Deutschlands, sondern auch aus dem Ausland inden werte Briefe ihren Weg in meine bescheidene Wohnung.
Diese Zuschriften alle gründlich und klärend zu beantworten, wie es die freundlichen Anfragen verdienen, ist mir eine reine Unmöglichkeit, weil ich demjenigen Stande in der menschlichen Gesellschaft angehöre, welche angewiesen ist, von der Arbeit seiner Hände zu leben..."
Im weiteren verpflichtete er sich, je zwei Proben, eine frisch gepreßt, eine von den Bienen ausgebaut, zu senden, falls der Anforderung ein Geldbetrag von einem Gulden beigefügt würde.
Große Probleme bereiteten dem Bienenzüchter die mäßigen Trachtverhältnisse in der Frankenthaler Gegend. Wenn der Nektar nicht in Strömen fließt, stellen die Bienen Wachsproduktion und Bautätigkeit ein. MEHRING aber brauchte ständig Wachs für seine Mittelwandproduktion.

Re: Diskussionsforum für alle

Beitrag von ralph » Do Jan 18, 2018 3:58 pm

hallo bee
ich denke der mehring wollte mit seiner doch sehr grossen zellgösse vielleicht schon standardisieren, eine zelle die überall im arbeiter brutnest hinpasst, so wie ja auch der wabenabstand standardisiert wurde....
vielleicht waren etwas grössere zellen als model auch einfacher zu schnitzen...
jedenfalls müssen ihm zu dieser zeit richtige naturbaunester nicht unbekannt gewesen sein, es gab ja nichts anderes. vielleicht fand er es einfach gar nicht so wichtig dass im zentrum des brutnestes sehr kleine zellen sich befinden.
das er honigwabenzellen mit seiner mittelwand machen wollte, kann ich mir nicht vorstellen, denn die mittelwand hatte ja den zweck ein nach menschlicher einsicht geordnetes brutnest zu bezwecken ohne drohnenbau und wo die wabe dann an jeder stelle verwendet werden kann.
auf meiner alten MW giessform mit 5,3 mm zellen geht beides, arbeiterbrut und ohne probleme haben meine bienen immer unten ihre drohnenecken daraus gebaut bei bedarf, sozusagen ein universalmass, vielleicht schwebte mehring ja so etwas vor?
er hat es sicher zuvor ausprobiert bevor er es publik machte, und sah dass sich die arbeiter brut in den grossen zellen genauso entwickelte..
die probleme mit diesen grösseren zellen waren damals natürlich noch nicht voraussehbar, nur sollte sich der mensch immer fragen ob er etwas besser macht als der urheber der schöpfung...
gibt es irgendwo ein foto von dieser mehring form, du sagtest du hast sie im museum vermessen lassen

lg ralf

Hans-Otto Johnsen, kleine Zellen in Norwegen

Beitrag von bee » Mi Jan 17, 2018 7:38 pm

Hans-Otto Johnsen ist Profiimker in Norwegen und arbeitet mit kleinen Zellen

Überleben eines Profiimkers in Norwegen
Testergebnis: kleinzellige Bienen bringen mehr Honig – Varroapopulation ist in kleinzelligen Bienenstöcken deutlich geringer.

Bild
Von links nach rechts Erik Österlund, Wayne Peters, Ed Lusby, der Begründer unseres Imkersystems und Hans-Otto Johnsen,


  • Ich bin nicht ein Imker dem es nur darum geht mit Honig Geschäft zu machen. Im Leben geht es um mehr als um Geld, es geht um eine gute Lebensqualität. Ein solches Leben erfordert eine gute Qualität der Lebensmittel.

  • Mein Fokus liegt auf biotechnischen Methoden, selektiver Zucht für varroaresistente Bienen und einem Management-System, das den Bienen hilfreich ist zu überleben und zu produzieren.

  • Im Herbst 2004 überwinterte ich 650 Kolonien.

  • Eine wesentlicher Teil meiner Imkerei ist es den Bienen zu helfen, so natürlich wie möglich zu leben.

  • Test zur Zellgröße 2002-2004 – Vergleich kleinzelliger Stöcke mit konventionellen großzelligen Stöcken.
    Im Jahr 2002 baute ich einen Testbienenstand zum Testen kleiner Zellgröße auf.
    das Ziel
    Das Ziel des Tests war es, die Entwicklung der Varroapopulation während des Tests zu messen und die Honigproduktion zu messen.
    Ergebnisse im Jahr 2004
    • – Die Milbenpopulation war in der gesamten Saison 2004 in der kleinen Zellgruppe deutlich geringer.
    • – Die kleine Zellengruppe war im Schnitt um eine Zarge stärker zum Trachthöhepunkt im Sommer. Die durchschnittliche Honigernte in der großen Zellgruppe betrug 36 kg. In der kleinen Zellengruppe war sie um 24% größer mit 44,5 kg.
    • – Eine interessante Beobachtung war, dass die Honigernte bei den kleinzelligen Stöcken gleichmäßiger als bei den großzelligen war, neben dem besten Stock und einigen wenigen schwachen.

  • Letztendlich habe ich nicht herausfinden können, daß die kleinen Zellen irgendeinen negativen Einfluß auf die Leistung des Bienenvolkes haben


mehr info:
https://resistantbees.com/blog/?page_id=1935

Bild

sehr interessant die Tabellen seines Vergleichstests zwischen gross- und kleinzelligen Stöcken:
drauf klicken zum vergrößern
Bild

Re: Diskussionsforum für alle

Beitrag von bee » Di Jan 16, 2018 8:19 pm

hallo ralph,
ralph hat geschrieben:möglicherweise ist es bei mehring, dem erfinder der mittelwand das selbe..?? auch er angeblich deutlich über 5 mm (bienenarchiv landau),


die kleine Holztafel, zum erstellen der ersten Mittelwände von Mehring, hatte um einiges größere Zellen als 5mm. Ich hab es im Museum nachmessen lassen.
Die Frage ist ja für was Mehring die Mittelwände verwenden wollte.
Wenn er Honigwaben gemessen hat, dann kommt das Maß hin.

Hier steht genau was Mehring gemacht hat und was dann später für Zellgrößen hergestellt wurden:
drauf klicken zum vergrößern
Bild

demnach Mehring 5,55mm oder 750 Zellen pro qdm nach Baudouxs Quadratdecimeter Messsystem
später dann 835 bis 850 Zellen pro qdm was 5,21mm Zellgröße entspricht
dann sagt der Autor des Artikels dass er eine Presse mit 890 Zellen pro qdm gekauft hatte was 5,1mm Zellgröße entspricht
und dann gab es Pressen mit 1120 Zellen pro qdm was 4,6mm Zellgröße entspricht

siehe die Beweise aus alter Imkerliteratur aus Dee Lusbys Bibliothek:
https://resistantbees.com/blog/?page_id=3280

Re: Diskussionsforum für alle

Beitrag von bee » Di Jan 16, 2018 8:13 pm

hallo Paul,

paul 62 hat geschrieben:Gibt das nicht Probleme beim Ziehen der Rähmchen und Neukombinationen der Rähmchen?


Das passen die Bienen sofort selber an!
Ich schneid einfach die Ecken raus und pass nicht darauf auf wie die zum liegen kommen. Klappt aber ganz gut so.
WICHTIG:
Bei JEDER Inspektion hab ich mir angewöhnt mit einem kleinen Messer an den Waben die Ecken nachzuschneiden, an denen die Bienen keinen Drohnenbau gemacht haben. Auch wenn es super Brutwaben sind schneide ich die Ecken raus.

August von Berlepsch, kleine Zellen ca um 1860

Beitrag von bee » Di Jan 16, 2018 7:54 pm

unser Imkerkollege ralph hat etwas ganz besonderes herausgefunden

Buch von August von Berlepsch
A. v. Berlepsch' Bienenzucht nach ihrem jetzigen rationellen Standpunkte.

Freiherr August Sittich Eugen Heinrich von Berlepsch (* 28. Juni 1815 in Seebach (Weinbergen); † 17. September 1877 in München) war ein deutscher Bienenforscher, Erfinder des beweglichen Wabenrähmchens und Verfasser zahlreicher Monografien über Bienenzucht und Imkerei.

Bild

Bild

ralph hat geschrieben:noch spektakulärer der bekannte berlepsch, buch von 1860, : "ein quadratzoll hat etwa 25 arbeiterzellen".
das von ihm verwendete zoll war das sächsische und entspricht 2,36 cm und wenn ich richtig gerechnet habe wäre somit die zellgrösse bei 4,72...


ralph hat geschrieben:auch berlepsch war ein kleinzellen- imker - weils damals normal war...
ich habe das hier schon einmal erwähnt, habe aber nochmas wegen des von ihm verwendeten original zollmasses in der bibliothek in bonn-poppelsdorf nachgefragt, und der bibliothekar war so freundlich, mir das zoll im originalbuch - dort ist der verwendete massstab abgebildet - auszumessen : das abgebildete zoll hat knappe 24 mm, es handelt sich offenbar um das sächsische zoll (23,6mm).
berlepsch mass 5 arbeterinnenzellen auf 1 zoll , 25 aufs quadratzoll .
auch, und das ist interessant, bei sehr günstigen umständen 19 tage bis zum schlupf der arbeitsbiene, sonst 20 tage.
ich wollte das noch mal erwähnen, weil berlepsch oft als zeuge für ein grösseres zellmass zitiert wird (zb privates bienenarchiv landau)
es wird dann einfach ein verkehrtes zollmass verwendet, zb der preussische oder französische, und sogleich liegt das zellmass über 5 mm


August von Berlepsch liess seine Bienen noch Naturbau erstellen, das heisst er arbeitete noch ohne Mittelwände

Re: Diskussionsforum für alle

Beitrag von paul 62 » Di Jan 16, 2018 4:40 pm

liebe Imkerfreunde,
ich habe eine Frage zu den Drohnenecken bzw. unteren Drohnenstreifen in den Brutwaben.
Da die Drohnenzellen (1,65cm) länger als die Arbeiterinnenzellen (1,25cm) sind und der Abstand der Rähmchen
7-8mm sind, reichen die Drohnenzellen weit in die Gasse hinein. Die Bienen bauen an dieser Stelle dann die Nachbarwabe nicht richtig aus, um den benötigten Durchgang wieder herzustellen.
Gibt das nicht Probleme beim Ziehen der Rähmchen und Neukombinationen der Rähmchen?
Über eine Antwort würde ich mich freuen
liebe Grüße
Paul

Re: Diskussionsforum für alle

Beitrag von ralph » Di Jan 16, 2018 2:19 pm

auch berlepsch war ein kleinzellen- imker - weils damals normal war...
ich habe das hier schon einmal erwähnt, habe aber nochmas wegen des von ihm verwendeten original zollmasses in der bibliothek in bonn-poppelsdorf nachgefragt, und der bibliothekar war so freundlich, mir das zoll im originalbuch - dort ist der verwendete massstab abgebildet - auszumessen : das abgebildete zoll hat knappe 24 mm, es handelt sich offenbar um das sächsische zoll (23,6mm).
berlepsch mass 5 arbeterinnenzellen auf 1 zoll , 25 aufs quadratzoll .
auch, und das ist interessant, bei sehr günstigen umständen 19 tage bis zum schlupf der arbeitsbiene, sonst 20 tage.
ich wollte das noch mal erwähnen, weil berlepsch oft als zeuge für ein grösseres zellmass zitiert wird (zb privates bienenarchiv landau)
es wird dann einfach ein verkehrtes zollmass verwendet, zb der preussische oder französische, und sogleich liegt das zellmass über 5 mm
möglicherweise ist es bei mehring, dem erfinder der mittelwand das selbe..?? auch er angeblich deutlich über 5 mm (bienenarchiv landau),
und damit wird dann die zellenvergröserung der mittelwände abgestritten.
gerstung (um 1900 hatte 5mm pro zelle

lg ralf

Re: Diskussionsforum für alle

Beitrag von bee » Mo Jan 15, 2018 7:38 pm

hallo Bienenschule,
Bienenschule hat geschrieben:Bist du denn auch solchen Repressalien ausgesetzt ?? Zumindest habe ich im Forum noch nichts darüber gefunden ??


zum Glück nicht so wild, aber immerhin. Ich versuche mich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen.
Dem Housel haben sie auch von Staats wegen seine Völker abgefackelt weil er nicht behandelte. Seitdem ist er untergetaucht.
Housel ist der, der auf die natürliche Wabenanordnung gekommen ist.
Und wer attackiert Dee Lusby so bösartig, sie tut ja niemandem was zu leide??

Ja zu Leide nicht, aber sie ist den Profiimkern ein Riesendorn im Auge und deshalb auch dem Landwirtschaftsministerium.
Du musst dir vorstellen, dass das, was wir proklamieren genau das Gegenteil der Praxis ist, welche die meisten Imker ausüben.
Wir sagen "Bienenorientiert" und die meisten sagen "Ertragsorientiert".
Hier haben wir die Unterschiede aufgelistet:
https://resistantbees.com/blog/?page_id=3405
Und wir sagen, dass der katastrophale Zustand daran liegt, dass die Imker die Bienen in den letzten 100 Jahren absolut falsch geführt haben.
Hör dir mal das Video an, dann wirst du den Mund nicht mehr zu bekommen. Ist lang, aber hier spricht Dee das erste mal offen aus was da passiert ist mit ihrem Mann Ed!!!
viewtopic.php?p=7602#p7602

und das hier:
viewtopic.php?p=12064#p12064

:zerquetscht:


Das sich der Staat überall bedienen will ist ja ein altbekanntes Thema, die müssen sich ja auch jedes Jahr neue Einnahmequellen erschliessen. Schade ist natürlich dass es in diesem Fall wieder Unschuldige trifft!!


Ja aber im Fall von den Lusbys und von Housel handelt es sich um handfeste Attacken gegen ihr Leben - Werkstätten angezündet, Trucks demoliert, Strom und Telefonkabel gekappt, Bienenstände abgeflammt etc etc.

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