Diskussionsforum für alle

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Re: Tendenziell interessiert mich Naturwabenbau

Beitragvon bee » Di Feb 27, 2018 7:34 pm

hallo Tina,
Tina K. hat geschrieben:Noch eine Frage, wie werden die Kunststoffwaben von resistantbees in die Rähmchen eingesetzt? Gibt es hierfür verschiedene Rähmchengröße Einsätze oder schneidet man die Kunststoffwaben zurecht? Viele Grüße.


Die kann man mit Wachs einlöten, oder einen Klemmoberträger bauen, oder sowas bauen wie es unser Kollege Markus gerade gebaut hat:

:wink: :aplauso:

kunstwabe_rahm.JPG


Ich fertige nur eine Größe die hier genau beschrieben ist:
https://resistantbees.com/shop/index.ph ... &id_lang=1
Kann man zuschneiden.
liebe Grüße
bee

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Re: Diskussionsforum für alle

Beitragvon Markus W. » Mi Feb 28, 2018 7:04 pm

Hallo Tina,
wieviel Erfahrung hast du schon mit den Bienen?
Melde dich doch einfach hier im Arbeitskreis an, da gibt es sehr viele Berichte und Unterstützung von erfahrenen SC- Imkern.
Wenn du dich hier angemeldet hast, ist es einfacher wegen der Unterstützung.
Jedes Bienenjahr ist anders, - Wetter, Tracht, - da muß man als Imker/in sehr viel Fingerspitzengefühl und Flexibilität haben. (und trotzdem macht man immer wieder Fehler).
Und gerade das Imkern mit kleinzelligen Bienen hat nur noch sehr wenig mit der konventionellen Imkerei zu tun.
Bin da selber auch erst am Anfang, und muß mich durchbeissen.

Bei der Montage der 4,9er Kunstwaben von bee muß man sehr genau arbeiten, muß handwerklich geschickt sein, und sehr gut mit der Kreissäge arbeiten können, hab das selber so gemacht:
DSC04186.JPG
Dadanträhmchen mit einmontierter 4,9er Kunstwabe von bee, 7 Holzklötzchen auf jeder Wabenseite halten die Kunstwabe exakt mittig fixiert, so kann nix lappern. Die Ober - und Unterträger sind nur 13, - bis 13,5 mm breit, die Seitenträger 25,5 mm, ergibt plus 7,5 mm große Polsternägel exakt 33 mm Abstand.

Gerade die Herstellung der kleinen Holzklötzchen ist mit der Kreissäge sehr gefährlich, habe mir da selber eine Vorrichtung gebaut, wo nix passieren kann.
DSC04183.JPG
So sehen bei mir die Seitenträger aus: Das Holz misst 25,5 mm, der Polsternagel 7,5 mm, ergibt zusammen 33 mm Wabenabstand.

DSC04194.JPG
Hier sieht man ein Dadanträhmchen mit einmontierter 4,9er Kunstwabe von oben, mit wechselseitig eingeschlagenen Polsternägeln.
Gut zu erkennen sind auch die schmalen Oberträger der Rähmchen in der Zarge, die eine bessere Durchlüftung gewährleisten. Auch kann man die Rähmchen so besser anfassen.

Zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken.
herzliche Grüße Markus
Markus W.
 
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Re: Diskussionsforum für alle

Beitragvon ralph » Do Mär 01, 2018 1:32 pm

saubere arbeit , markus ,mit den rähmchen...
du schreibst unter dem letzten bild -bessere belüftung gewährleisten - ich frag mich oft, ob den bienen so rundum offene rähmchen wirklich genehm sind oder blos dem imker... naturmässig bauen sie ja oben nahezu bis eventuell auf einige passagen ganz zu und auch seitlich an den vorhandenen wänden an -vielleicht um gerade wärmeverlust zu verhindern?
wenn die bienen die wärme leichter halten können, ist das weniger stress, ein pluspunkt gegen die varroa, die ja auch die kühleren bereiche bevorzugt, mehr wärme führt zu kürzerer entwicklungszeit der brut und varroa kann sich nicht so oft reproduzieren, zusätzlich wird winterfutter eingespart, die bienen zehren weniger. ich denke dass durch den beespace an den rähmchen die bienen ausgetrickst werden und dort nicht zubauen wo sie sonst zubauen würden. das war auch schon ein diskussionspunkt der alten schule - dzierzon - und der neuen, den vertretern des rähmchens.
in der sammlung apidologie gibt es eine abhandlung über den berchtesgadener bienenstock auf seite 2, wo eine konstruktion mit geschlossenen rähmchen vorgestellt wird, also anbauen und schliessen an der wand und doch bewegliche rähmchen, wie es auch johann thür mit seinen schliessrahmen um 1940 zeigte, insgesamt ein konzept dass ich durchaus sehr erwägenswert finde, besonders in kälteren klimazonen...
natürlich heizen die bienen nur die wintertraube, aber ich denke es ist schon ein unterschied ob die wärme durch die vielen beespaces ungehemmt abfliessen kann oder in der jeweiligen gasse am seitlichen austreten gehindert wird... so wie ein kleiner ofen auch ein kleines zimmer heizen kann, aber wenn alle fenster und tür offen sind, dies eindeutig weniger effektiv ist, bzw der ofen stärker geheizt werden muss..
lg ralf
ralph
 

Umstellung direkt auf 4,9mm möglich?

Beitragvon Hans G. » Fr Mär 02, 2018 8:24 pm

Ein Imkerkollege hat Ihren Link gegeben und Ihre Methode finde ich sehr überzeugend. Spricht etwas dagegen von 5,4 in einem Schritt auf 4,1 mm Zellgröße umzustellen?
Sollte der Honigraum auch umgestellt werden?
Hans G.
 

Re: Diskussionsforum für alle

Beitragvon bee » Fr Mär 02, 2018 8:51 pm

hallo ralph,
ralph hat geschrieben:du schreibst unter dem letzten bild -bessere belüftung gewährleisten - ich frag mich oft, ob den bienen so rundum offene rähmchen wirklich genehm sind oder blos dem imker... naturmässig bauen sie ja oben nahezu bis eventuell auf einige passagen ganz zu und auch seitlich an den vorhandenen wänden an -vielleicht um gerade wärmeverlust zu verhindern?


Also meine Bienen brauchen unbedingt eine optimale Luftzirkulation.
Das Problem ist hier die hohe Luftfeuchtigkeit im Winter und im Frühling kommt dann noch die Feuchtigkeit vom Nektar trocknen hinzu.

Wegen des Wärmeproblems im Winter ist die Lösung einfach. Man muss sehr starke Völker haben, dann ist dies Problem gelöst.
Genau so wie es immer wieder Dee Lusby betont.
:wink:
liebe Grüße
bee

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Re: Umstellung direkt auf 4,9mm möglich?

Beitragvon bee » Fr Mär 02, 2018 8:57 pm

hallo Hans,
Hans G. hat geschrieben:Ein Imkerkollege hat Ihren Link gegeben und Ihre Methode finde ich sehr überzeugend. Spricht etwas dagegen von 5,4 in einem Schritt auf 4,1 mm Zellgröße umzustellen?


Da spricht dagegen dass das die Bienen das nicht können. Über 100 Jahre auf viel zu grossen Zellen kann nicht so einfach und in kurzer Zeit wett gemacht werden.
http://www.resistantbees.com/wieklein.html

Wenn du deinen Bienen direkt 4,9mm Mittelwände gibst, dann kommt wahrscheinlcih sowas raus:
Bild

Ich kenne nur einen Imker der es geschafft hat direkt von grossen Zellen auf 4,9mm zu gehen. Aber der Benjamin aus Asturien hat sehr viel Feingefühl im Umgang mit Bienen und er hat auch eine besondere Bienenrasse.
:wink:

Sollte der Honigraum auch umgestellt werden?


Bei mir und auch bei Dee Lusby gibt es keinen speziellen Honigraum. Alles ist im gleichen Mass und austauschbar untereinander. Wir arbeiten mit einem unbegrenzten Brutnest.
liebe Grüße
bee

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Re: Diskussionsforum für alle

Beitragvon Markus W. » Sa Mär 03, 2018 10:33 am

Hallo Ralph,
ralph hat geschrieben:ganz zu und auch seitlich an den vorhandenen wänden an -vielleicht um gerade wärmeverlust zu verhindern?
wenn die bienen die wärme leichter halten können, ist das weniger stress, ein pluspunkt gegen die varroa, die ja auch die kühleren bereiche bevorzugt, mehr wärme führt zu kürzerer entwicklungszeit der brut und varroa kann sich nicht so oft

Letzten Samstag hab ich bei einem Volk mal kurz den Deckel angehoben, sie saßen ganz ruhig in einer gr0ßen Traube direkt unter dem Deckel, wo es schön warm ist, denn ich habe ja einen diffusionsoffenen
Deckel (1Halbzarge Dadant, gefüllt mit trockenem Totholz). Andreas Heidinger (Bienenkugel) hat mich da drauf gebracht, er hat das Totholz erforscht, seiner Meinung nach saugt es sehr viel Feuchtigkeit auf und gibt sogar bei der Feuchtigkeitsaufnahme ein bisschen Wärme ab!
Zusätzlich habe ich bei jeder Beute auch einen entsprechenden Totholzboden(1 Halbzarge Dadant) mit einer Schublade, die ich nach Bedarf sehr schnell leeren kann (Wintertotenfall).
Natürlich nehme ich nicht das gesamte Totoholz raus, denn es könnte sein, dass sich vielleicht schon der Bücherskorpion, ein Varroajäger angesiedelt hat.
schöne Grüße Markus
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Re: Diskussionsforum für alle

Beitragvon ralph » Sa Mär 03, 2018 1:47 pm

danke für die infos markus und bee, ich hatte früher immer die übliche alte -ausgedampfte -plastikfolie unter dem deckel auf den rähmchen, aber immer sehr viel feuchtigkeit im stock besonders an der rückwand -habe warmbau- wo wohl der taupunkt an der innenfläche der zarge auftrat und die warmfeuchte luft der wintertraube kondensierte -mit viel nässe und schimmelbildung auch an der wabe...der unterschied zwischen wärme und kälte-kalter stockwand trifft dort einfach zu krass aufeinander, später benutzte ich eine kleinere folie, die von der zarge innenrum überall ca 1cm abstand hatte, das resultat war besserda so der holzdeckel etwas feuchte aufnehmen konnte. habe dann oben eine zarge mit feinstgeschnittenem bio strohaus eigener produktion aufgesetzt, zarge unten mit fliegengitter damit das stroh natürlich nicht runterrieseln kann und es war keine nässe mehr im stock.
die frage ist jedoch ob dadurch nicht zu viel feuchte entzogen wird, weil die bienen ja oft wasser benötigen um kandierte honige wieder verwertbar zu machen. wir haben hier einen honig im september, tracht von disteln, der in kürze sehr hart wird, vorräte sind dann aufgebissen und teilweise abgeschrotet, können von den bienen offensichtlich nicht gut verwertet werden.
daher überlege ich mit den schliessrähmchen mehr feuchtere luft um das winter brutnest zu erhalten, die nicht direkt mit der kälteren stockwand in kontakt kommt und daher diese extreme taupunktzone an der zarge vermieden werden sollte. thür brauchte nach seinen angaben 5 kg weniger überwinterungshonig, sein winterbrutnest waren 7 rähmchen a 30 mal 30 cm , macht 63 qadratdezimeter überwinterungsfläche, was sonst schon sehr wenig ist, aber durch die schwache zehrung bis zum neuen trachteintrag ausreicht. er imkerte in der umgebung von wien, wegen dem klima erwähne ich das noch...ich will das jedenfalls ausprobieren
noch eine frage an bee, wie hast du das problem übergang zarge- deckel gelöst und wie macht es dee?
oft sind diese fragen natürlich von der örtlichen situation -klima -abhängig...l
lg ralf
ralph
 

Re: Diskussionsforum für alle

Beitragvon Markus W. » Sa Mär 03, 2018 2:02 pm

hallo,
zu den kleinen Zellen und dem Totholz ist mir noch was eingefallen:
Es gibt den Artikel "Klima und Varroa" als pdf im Internet, wonach sich die Varroen bei einer höheren Luftfeuchtigkeit im Stock besser vermehren können.
Die kleinen Zellen (bee und Felix haben von sehr niedrigem Wassergehalt im Honig bei den SC - Völkern berichtet) und das Totholz (Im Boden, D- Deckel und Wärmeschieden links und rechts der Waben) tragen dazu bei, dass die Luftfeuchtigkeit im Stock niedriger ist.
Beispiele von D - Deckeln sind bei Roland Sachs (http://www.chelifer.de) und Torben Schiffer (www. beenature-project.com) abgebildet und beschrieben.
Roland Sachs und Torben Schiffer verwenden in ihren D - Deckeln Schafwolle oder Hanf, David Heaf Holzwolle.
Mir persönlich ist das Totholz lieber, und möchte es nicht mehr missen.
In einer Baumhöhle entsteht das Totholz an den Wänden, und nimmt die überschüssige Stockfeuchtigkeit auf.
Die Bienen haben sich jahrmillionenlang hauptsächlich in solchen Baumhöhlen, in Symbiose mit vielen Kleinstlebewesen wie dem Bücherskorpion entwickelt und erfolgreich überlebt.

Johann Thür, Imker schreibt in seinem 1946 erschienen Buch " Bienenzucht, naturgerecht, einfach und erfolgssicher" auf Seite 9, hier ein Auszug:
" Und endlich ist die von der Schöpfung der wilden Biene im Walde zugewiesene Wohnung eine ihr weit angemessenere und bessere als der kunstvollste und bestkonstruierte Bienenstock: der hohle Baumstamm, im Innern morsch, daher ungemein warmhaltig, nicht nässend, im Sommer undurchdringlich für übermäßige Wärme," -

So eine zügige Volksentwicklung, wie im Frühjahr letzten Jahres habe ich noch nie erlebt, sicher hat da auch das Totholz, neben den optimalen Wetter - und Trachtbedingungen und vielleicht auch den Buckfastbienen einen Teil beitgetragen. Aber da muß ich noch weiter beobachten und schauen, wie das heuer so läuft, denn letztes Jahr war es für die Bienen bei uns wie im Schlaraffenland.
viele Grüße Markus
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Re: Diskussionsforum für alle

Beitragvon bee » Sa Mär 03, 2018 8:51 pm

hallo ralph,

ralph hat geschrieben:noch eine frage an bee, wie hast du das problem übergang zarge- deckel gelöst und wie macht es dee?
oft sind diese fragen natürlich von der örtlichen situation -klima -abhängig...l
lg ralf


Da hab ich einfach einen Zwischendeckel drauf:
Bild

und darauf einen Blechdeckel:
Bild

Und zwischen den beiden Deckeln eine Styroporplatte wenn möglich zur Wärmedämmung.
liebe Grüße
bee

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