Bienenweide gegen Monokultur

hier veröffentlichen wir laufend wichtige Themen in Bezug auf Resistenzzüchtung

Bienenweide gegen Monokultur

Beitragvon bee » Mi Feb 10, 2016 8:48 pm

guten Abend,

das ist jetzt ein Thema das mich schon länger beschäftigt.
Ich bin ja hier nicht davon betroffen, weil wir hier eine derart große Blütenvielfalt haben (wenn es regnet). Aber in Mitteleuropa ist die Monokultur mittlerweile ein großes Problem für die Bienen.
Zu den Gedanken, die ich hier aufzeige, bin ich vor ein paar Jahren gekommen, als ich bei einem Vortrag in Deutschland war.
Da zeigte mir ein Kollege einen Bienenstand, den er am Rand eines einen Hektar großen Grundstückes aufgestellt hatte. Dieses war von einem Biobauern mit allerlei Bienenweiden eingesät worden. Innerhalb von 5 Minuten fand ich 20 verschiedene Wildbienen dort.
Das ist DIE Lösung für unser Projekt.
Und wenn die Bienen solch große Flächen mit Blütenvielfalt haben, dann werden sie auch nicht an die gespritzten Monokulturen gehen.

Aber wie kommen wir dazu?

Als ich noch in Deutschalnd war, vor 30 Jahren, war ich intensiv in der damals noch jungfräulichen Bioszene zu Gange.
Wenn ich da diesen Bedarf mit Nachtrag geäussert hätte, wären sicher einige Biobauern eingestiegen und hätten Grundstücke zur Verfügung gestellt für Bienenweide. Ich bin mir sicher daß das heute auch zu finden ist. Wir müssen nur die richtigen finden und die Notwendigkeit klarmachen.

Da gibt es nun aber noch eine andere Bewegung.

In der Bevölkerung ist das Bewusstsein geweckt worden daß man was für die bedrohten Bienen tun muß.
Da kamen dann so sonderliche Projekte wie "Bienenpatenschaften" zustande, was am Problem absolut garnichts ändert.
Sehr viele Leute wollen den Bienen helfen und viele wollen mit dem Imkern aus diesem Grunde beginnen.
Wenn wir nun in der Lage wären, diese Bewegung darauf hinzuleiten, daß Biobauern Gundstücke mit Bienenweide einsäen und wir dort unsere kleinzelligen Bienen hinstellen, dann wäre das ein Meilenschritt für uns.

So jetzt seid ihr alle gefragt.
Wie können wir diese Bewegung der Leute, die den Bienen helfen wollen, dahin dirigieren, daß Flächen für unsere SC Bienen mit Bienenweide eingesät werden?
:verwirrt:
liebe Grüße
bee

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Re: Bienenweide gegen Monokultur

Beitragvon dietrued » Do Feb 11, 2016 7:32 am

Hallo Stephan,
in Thüringen und wahrscheinlich in anderen Bundesländern sind die Feldwege in den letzten 5Jahren mit i.d.R. Randgehölzen zu 50% eingeebnet worden. Das heißt man hat die Gehölzstreifen mit Weiden und Kreuzdorn etc. abgeholzt und die Wege um die Hälfte verkleinert, um die Ackerfläche zu vergrößern, das gibt mehr Prämie. Die LW wird immer steriler...

Ich hab einen Biobauern, bei dem ich mir ein Teil meiner Nahrungsmittel hole, der wollte für mich im Herbst ein Phaceliablühmischung anlegen, als Gründüngung. Das Problem ist, ich müßte die Bienen dann bewegen und das will ich eigentlich nicht. Ganzjährig dort ist keine Option, da umgeben von konventioneller LW und entsprechender Spritzung....
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Re: Bienenweide gegen Monokultur

Beitragvon Felix » Do Feb 11, 2016 5:36 pm

Unsere Familie hat noch ein Ackerlandgrundstück mit ca. 25a. (1/4 Hektar) das noch verpachtet ist.
Der Pachtvertrag läuft dieses Jahr aus und wir werden dort jetzt mit irgendetwas anfangen. Das erste Mal etwas einsäen können wir da selber im ca. diesen August.
Das Gelände hat eine Breite von ca. 15m und eine Länge von ca. 170m. Rechts und links davon wird Konventionelle Landwirtschaft betrieben.

Wenn da jemand Vorschläge hat was man da einsähen kann was mehrjährig ist schön Blüht und wahrscheinlich einmal im August September abgemäht werden muss bin ich für Vorschläge offen.
Die richtige Mischung dafür habe ich noch nicht gefunden.
Den Ackerrand möchte ich mit irgendwelchen schnellwachsenden Hecken als Windschutz usw. bepflanzen.

Da der Boden die letzten Jahre auch Konventionell bewirtschaftet wurde macht es vielleicht auch erstmals sind Leguminosen anzubauen die die ersten Jahre immer wieder untergemulcht werden.

Vielleicht haben wir hier den einen oder anderen Spezialisten für so was unter uns, der da bei solchen regenerationsmaßnahmen ein paar Tipps dazugeben kann.
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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Re: Bienenweide gegen Monokultur

Beitragvon Alejandro » Fr Feb 12, 2016 11:18 am

bee hat geschrieben:guten Abend,

das ist jetzt ein Thema das mich schon länger beschäftigt.
Ich bin ja hier nicht davon betroffen, weil wir hier eine derart große Blütenvielfalt haben (wenn es regnet). Aber in Mitteleuropa ist die Monokultur mittlerweile ein großes Problem für die Bienen.
Zu den Gedanken, die ich hier aufzeige, bin ich vor ein paar Jahren gekommen, als ich bei einem Vortrag in Deutschland war.
Da zeigte mir ein Kollege einen Bienenstand, den er am Rand eines einen Hektar großen Grundstückes aufgestellt hatte. Dieses war von einem Biobauern mit allerlei Bienenweiden eingesät worden. Innerhalb von 5 Minuten fand ich 20 verschiedene Wildbienen dort.
Das ist DIE Lösung für unser Projekt.
Und wenn die Bienen solch große Flächen mit Blütenvielfalt haben, dann werden sie auch nicht an die gespritzten Monokulturen gehen.

Aber wie kommen wir dazu?...........
...............

So jetzt seid ihr alle gefragt.
Wie können wir diese Bewegung der Leute, die den Bienen helfen wollen, dahin dirigieren, daß Flächen für unsere SC Bienen mit Bienenweide eingesät werden?
:verwirrt:


Vielleicht findet man hier was Gutes:
http://www.deutschland-summt.de/vielfae ... arten.html

wenn ich mich recht erinnere hat sich dieser Verein für die Wildblütenstreifen an den Rändern der Äckern eingesetzt........!?
Rosmarin ist auch sehr gut für die Bienen und hier haben wir eine stachlige Pflanze aus der sie immer Pollen schöpfen können....
http://www.rios-galegos.com/plan15.htm# ... 0DO%20TOXO.
https://de.wikipedia.org/wiki/Stechginster

Die Bienen verwerten diese Blüte maximal!!! :gracias:
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Re: Bienenweide gegen Monokultur

Beitragvon dietrued » Fr Feb 12, 2016 1:16 pm

Hallo Felix,

Vielleicht haben wir hier den einen oder anderen Spezialisten für so was unter uns, der da bei solchen regenerationsmaßnahmen ein paar Tipps dazugeben kann.


ich hätte an die Veithöchstheimer Mischung gedacht.....http://www.saaten-zeller.de/landwirtsch ... ienenweide
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Re: Bienenweide gegen Monokultur

Beitragvon Alejandro » Fr Feb 12, 2016 4:02 pm

Die Stechgingster nutzen die Bienen hier, vor allem den Pollen, was ja wichtig ist zum brüten.
Sie blühen in folgender Reihenfolge:
Ulex europeus. Der größte. (Frühling bis Anfang Sommer)
Ulex galli ,mittelgroß. (Sommer)
Ulex nanus, der kleinste. (Herbst)

Außerdem binden sie Stickstoff den sie dann an den Boden abgeben.

...und das noch: :foto:
http://www.dreschflegel-shop.de/search/ ... rch/bienen

:gracias:
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Re: Bienenweide gegen Monokultur

Beitragvon bee » Fr Feb 12, 2016 7:55 pm

dietrued hat geschrieben:
ich hätte an die Veithöchstheimer Mischung gedacht.....http://www.saaten-zeller.de/landwirtsch ... ienenweide


genau so hat es auf dem Acker ausgesehen den ich damals besuchte:
Bild

das ist doch nicht schlecht:
Standzeit: bis zu 5 Jahre
Saatstärke: 10kg/ha
Preis/kg: 25,-- € netto ab Lager


Eigenschaften und Vorzüge der Veitshöchheimer Bienenweide:

Blütenreich, aus 43 Wild- und Kulturarten.
Die Zusammenstellung der Saatgut-Mischung basiert auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim.
Zusammengesetzt aus blühfreudigen einjährigen Kulturarten, zweijährigen Wild- und Kulturpflanzen und langlebigen Wildstauden, die eine lange Lebensdauer der Bienenweide gewährleisten.
Diese Bienenweide ist optisch sehr ansprechend und trägt zu einem Imagegewinn für die Agrarlandschaft bei.
Blühdauer von April bis November.
Reichhaltiges Blütenangebot aus Trachtpflanzen; das bedeutet energiereicher Nektar für Bienen, Hummeln und Schmetterlingen und viel Pollen für die Proteinversorgung der Brut.
Wertvoller Lebensraum für Bodenbrüter, insbesondere während der Jungtieraufzucht.
Bezaubernder Blütenflor, der jede Gemarkung bereichert und durch den Kräuterreichtum wertvolle Zutaten für die Küche bietet.
Die Aussaat unserer Bienenweide rentiert sich um ein Vielfaches: Sie hilft starke und leistungsfähige Bienenvölker aufzubauen, die im Gegenzug Obstbäume, Beerensträucher und viele Nutzpflanzen bestäuben und nebenbei einen aromatischen Honig erzeugen.
Geeignet für stillgelegte Ackerflächen / Ackerbrachen, Wegraine, Ackerränder, Schutzstreifen, Ausgleichsflächen, Ökokontoflächen, Brachen in Wohn- und Gewerbegebieten, für Gärten und Parkanlagen.
liebe Grüße
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Re: Bienenweide gegen Monokultur

Beitragvon justbee » Fr Feb 12, 2016 9:28 pm

Rieger Hoffman http://rh15.reformtypo3.webseiten.cc/no_cache/home.html wie ich gerade merke kommt aus der Gegend auch mein Beuten Lieferant
Saatguttütchen mit jedem Glas Honig mitverkaufen. Das hat Melifera oder http://www.bluehende-landschaft.de/nbl/nbl.3/index.html schon ins Leben gerufen. Idee gefällt mir.
25 Cent je Tütchen bei Abnahme von 5000 Stück finde ich dann aber schon eine Ansage. Das ist der Preis, den Rieger Hoffmann aufruft.
Hier noch ein Film über Rieger Hoffman
http://www.ardmediathek.de/tv/Retter-der-Wildblumen-Ernst-Rieger-und/Retter-der-Wildblumen/SWR-Baden-W%C3%BCrttemberg/Video?documentId=30808786&bcastId=30808758
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Re: Bienenweide gegen Monokultur

Beitragvon Felix » Sa Feb 13, 2016 7:44 pm

Danke euch erstmals für die tollen zwei Adressen :sorry: .
Es ist schon schön was es da noch für Leute gibt die sowas ermöglichen wie Herr Rieger :aplauso: .
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Re: Bienenweide gegen Monokultur

Beitragvon Joachim77R » Sa Feb 27, 2016 9:30 pm

Wenn man an jedes Glas Honig, ein kleines Tütchen Bienenweide anheften würde ? Was haltet Ihr davon ?
Gruss Joachim
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