wichtiges für die Praxis - Varroen entnehmen oder nicht?

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wichtiges für die Praxis - Varroen entnehmen oder nicht?

Beitragvon bee » Mo Mai 09, 2016 8:10 pm

Wir sind gerade im Frühjahr und die Völker werden sehr stark.
Die Frage ist nun was sollen wir in Bezug auf die Varroen unternehmen?

Das ist ein Auszug aus unserer Diskussion, die aufzeigt, wie man mit kleinzelligen Bienen nicht umgehen soll.

O, ja!
ich hatte schon vor paarTagen die Muller Brettern reingelegt gehabt und, als die Bienen ausgezogen haben, hab ich das M.Brett entfernt (es sind ja zu wenig Bienen in der Beute, hab ich gedacht) und dann ist der Schwarm zurück gekommen. So ein Fenomen!


Da gibt es verschiedene Dinge dazu zu sagen.
- Als erstes hab ich gesehen dass das Mullerbrett vor allem bei sehr starken Völkern funktioniert, bei schwächeren ist das sehr fraglich.

- Es ist auch sehr wichtig, dass wir das Mullerbrett überhaupt nicht anwenden und den kleinzelligen Bienen beibringen wie sie sich gegen die Varroen aus eigener Kraft wehren sollen.
Wir haben dazu sehr wichtige Kriterien, die wir in einer Liste zusammengefasst haben. Die obersten sind die wichtigsten:
http://www.resistantbees.com/forum/view ... ?f=34&t=56
Wir müssen also lernen Krisen sehr frühzeitig anhand dieser Kriterien zu erkennen.
Wenn wir dann zu dem Schluss kommen, dass es ein Stock nicht aus eigener Kraft schaffen kann, dann und nur dann sollten wir auf Dinge wie das Mullerbrett zurückgreifen, obwohl ich nun der Meinung bin, dass es bessere Maßnahmen gibt als das Mullerbrett.


- Nun sind wir ganz am Anfang der Saison und die Varroen sind um diese Zeit keine wirkliche Bedrohung.
Die Probleme kommen erst im Herbst, vor allem bei Reinfizierung von aussen.
Also ist es um diese Zeit absolut kontraproduktiv Massnahmen wie das Mullerbrett im Bienenstock anzuwenden.
Man kann sich vorstellen, dass ein Imker sich folgendes denkt (vor allem wenn er sehr ängstlich ist):
"Ich versuche jetzt im Frühjahr soviel wie möglich Varroen wegzunehmen, dann hab ich im Herbst weniger Probleme."
Dieser Gedankengang ist absolut falsch.
Bei den Stöcken, die sich aus eigener Kraft zu wehren gelernt haben, ist immer ein Trigger notwendig, damit sie sich bewusst werden, dass die Varroen eine Bedrohung für sie sind. Und wenn der Imker nun künstlich Varroen wegnimmt, dann tritt der Trigger nicht in Aktion und die Bienen werden es nicht lernen sich zu verteidigen.
Das ist der springende Punkt.
Also sollten wir uns darauf konzentrieren die Bienenstöcke genauestens zu beobachten, damít wir lernen Krisenanzeichen so früh wie möglich zu erkennen.

Dabei ist es äusserst wichtig, dass sie jetzt richtig die Drohnenbrut anlegen.
Wir müssen IMMER, bei jeder Inspektion, die Waben nachschneiden, an denen die Bienen keine Drohnenecken angelegt haben.
Das alles versuchen wir in den online Stockkarten praxisnah den AK Mitgliedern nahe zu bringen.
:wink:
Und dann gibt es noch ettliche weitere Dinge die man als Imker, der ohne Behandlungen auskommen will, anwenden muss in den kleinzelligen Bienenstöcken.

Nur die Bienen auf kleine Zellen setzen wird nicht viel bringen, jedoch resistente Bienen ohne die kleinen Zellen zu bekomen ist meiner Erfahrung nach fast unmöglich oder besser gesagt nicht machbar.
:shakehand:
liebe Grüße
bee

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