hilft noch kleinere Zellgröße?

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hilft noch kleinere Zellgröße?

Beitragvon bee » Fr Apr 05, 2019 8:21 pm

das schrieb ein Imkerkollegin:

Glyphosatan:-) hat geschrieben:
Wenn aber die Zellen nur 4,8 betragen WÜRDEN, dann hätte die Milbe ein- für allemal VERLOREN und das flächendeckend, oder?..........

Ist die Idee so schlecht?
Mir kommt sie wie die Lösung vor.


Nein das ist absolut falsch.
Es geht nicht darum welche Zellgröße für die Milben schlecht ist, sondern es geht darum, welche Zellgröße für die Bienen die richtige ist!
Die Milben sind sehr flexibel und können sich anpassen. Es kommt darauf an, dass wir die Bienen wieder auf ihre normale Zellgröße zurückbringen und sie sich dadurch wieder wehren können. Die Abwehr geschieht vor allem dadurch, dass in den Jungmaden sehr wenig juveniles Wachstumshormon vorhanden ist und das wiederum verhindert die Eiablage der Varroaweibchen. Den Rest der Milben putzen die kleinzelligen Bienen dann durch das hygienische Verhalten aus.

Über das Thema juveniles Wachstumshormon (am Ende der Seite):
https://resistantbees.com/blog/?page_id=1044

und am Ende dieser Seite:
https://resistantbees.com/blog/?page_id=918

Über das hygienische Verhalten kleinzelliger Bienen:
http://www.resistantbees.com/hyg.html

Dee Lusby:
Dee Lusby hat geschrieben:We believe that this is a comparison of a feral sized, naturally occurring type of honeybee, to an artificially over-sized domesticated European sized honeybee that has received more food and protein, thus more juvenile hormone by being reared on artificial enlarged combs. Therefore, retrogressing/down-sizing would have the impact of reducing juvenile hormone levels; and, food and protein contents of the larvae jelly, all of which are mite attractants in oversized cells.


Wenn wir nun ein zu kleines Zellḿaß für die geographische Lage anwenden, dann werden wir genau das Gegenteil erreichen. Die Biene wird wieder Stress ausgesetzt sein und deswegen wird der Abwehrmechanismus wieder nicht funktionieren.

Deine Idee wurde schon vor mehr als 100 Jahren ausgeführt. Nämlich vor die Zellgröße künstlich vergrößert wurde, haben die Imker sie künstlich verkleinert:

Dee Lusby hat geschrieben: Ich würde sagen, dass die Ära der Probleme um das Jahr 1891 herum begann, mit der Einführung von künstlichen Mittelwänden, mit 920 Zellen pro Quadratdezimeter, was einer Größe zwischen 4,6cm und 4,7cm für 10 Arbeiteinnenzellen entspricht. Dort haben damals die Imker alle diese Zellengröße angenommen. Die damaligen Experten glaubten dass es am Besten wäre, möglichst viele Bienen auf kleinster Wabenfläche zu erhalten. Daraufhin wurde berichtet, dass in ganz Belgien die Zellen immer kleiner wurden und nach ein paar Jahren waren die Bienen in einem miserablen Zustand. (Man kann sagen, dass das damals genau das Gegenteil von dem war, was das heutige Problem ist, nämlich „größer ist besser“).

Um gegen diese äußerst gefährliche Tendenz anzugehen, wurde damals eine Idee geboren mit der Aussicht auf ein glorreiches Ende ( und wir sind heute immer noch davon betroffen). Ein gewisser Professor U. Baudoux, aus Belgien, wollte Bienen mit einer außergewöhnlicher Stärke züchten, die in der Lage waren, ihren Flugradius beim Trachtflug zu vergrößern und den Nektar verschiedenster Blüten zu erreichen, der bis dahin für ihre Zungen unerreichbar war (und wahrscheinlich immer noch ist).

Er experimentierte mit Zellengrößen bis hinauf zu 750 Zellen pro Quadratdezimeter, die er durch straffen der Mittelwände erreichte. Er war von den Erfolgen seiner Arbeit derart inspiriert dass er es immer noch besser machen wollte – ZU DEN GRENZEN DES MÖGLICHEN GEHEN (Hier haben unsere heutigen Probleme mit parasitierenden Milben und ihrer Folgekrankheiten begonnen)

Baudoux experimentierte mit verschiedensten Zellgrößen, vor allem mit 750, 740, 730, 710 und herunter bis 675 Zellen pro Quadratdezimeter. Er hat auch mit verschieden Arten der Zellmessung experimentiert und hat sein eigenes Messsystem dazu entwickelt.

(Unglücklicherweise wurde keine Umrechnungstabelle erstellt auf das Messsystem, das seit über 2000 Jahren angewendet wurde, sodass die Imker die Maße der beiden Systeme hätten anwenden können)


Hier zu lesen:
http://www.resistantbees.com/zelle.html
liebe Grüße
bee

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